summa summarum und die elastizitäten zwischen kosmischen begegnungen
25.12.10
bin ja eher herakliteer, bin also dem one-world-feeling und deren philosophie ebenso abgeneigt wie dem
prinzip eines szientistischen atomismus, der die teilbarkeit und zerrissenheit der welt in karge unendlichkeit
treibt und ab dort immer tiefer schürft, um eine möglichst große teilmenge gewisser teilphänomene faktisch
anzueignen - und misszuverstehen. (gut alte vielwisserei, sie ist eben doch keine vernunft)
mich interessiert die dunkle materie dazwischen, mich interessiert kosmischer kleister, und das ist irgendwie die beschränkung des ganzen auf eine betrachtung von
wechselwirkungen zwischen dingen, die unzweifelhaft EINZELN sind, in aussendung und einwirkung aber bestandteil
eines GESAMTHEITLICHEN phänomens. ich will nicht soweit gehen, eine historische dialektik daraus zu zimmern,
weder materiell noch ideell; dennoch aber finde ich ein prinzip überzeugend, das mir erklärt, dass ich nicht vollends
DIE WELT bin, weil ich mich als getrennt erfahren kann, aber eben auch KEINE INSEL bin, ein isolierter, atomarer teil
einer umfassend dezentralisierten, zerfahrenen welt. ich bin wohl beides, und doch keins, denn so wie die wirkungs-
zusammenhänge zwischen mir und der welt immer wieder wechseln - in ihrer art wie in ihrer betrachtung durch mich oder
meinen bezug - bin ich mal mehr, mal weniger teil geworden eines größeren, kleineren phänomens. treiben wir den größtmöglichen
kontext in den fokus: da bin ich plötzlich welt. und eigentlich doch so gar nicht.
auch deswegen ist das prinzip jener beziehung zweier entitäten, die aus deren jeweiligen autonomien eine gegenseitige transzendenz (einheitlich transzendiert!!) hervorruft, so kühn und ethisch hochwertig, universell anwendbar auf beziehungen zu tieren,
menschen (liebe, freundschaft), begriffe, objekte wie maschinen etc.
- die begreiflichkeit dessen, was ich wechselwirkung
nenne im moment der einwirkung ist damit die bewusstwerdung des eignen im anderen (eine art ONE WORLD FEELING, das erst durch
EINZELHAFT bedingt ist) ... konsequenz? kein konsens! schließlich sind alle wirkungen begrenzt und verlaufen andersartig.
was sich stets vermehrt, ist nicht ein austausch hin zu einer konsensüberzeugung, sondern zu einer erweiterung der erfahrungen und ansichten in das gegenteil des "verschlingenen orkus": man transzendiert mit jeder wechselbeziehung zur
annäherung an der gleichwertigkeit aller existenzen bzw. dessen, was man von ihnen im fokus der eignen existenz erhascht hat.
das macht urteile natürlich ungemein differenziert, und das ist unpraktisch, verwirrend.
dennoch ist man schlichtweg konsequent, wenn man "muster" mit bedacht
in die welt legt: woran man ist, wenn man wahrhaft sein will, ist das ganz eigne für das vorzubereiten, was nicht eigen ist, um sich zu sagen: ja, heute bin ich mit einer "teilmenge welt" in verbindung getreten, teilmenge von unendlichkeit. das bewusst sagen zu können, mit dem, was an undenkbarem dahintersteckt, das wär doch schon ein erfolg.
wer weiß, ist das das geheimnis
des lebens? ach, wen interessiert es eigentlich auch?

